Die Geschichte des Hasenöhrlhof
500 Jahre Geschichte am Fuße der Berge Oberlandes

„Sag mal Hoppl, wie seid ihr denn bloß auf die Idee mit diesem Hof gekommen? Habt ihr den geerbt?“

Diese und ähnliche Fragen werden meiner Frau und mir nicht selten gestellt.

Die Münder meiner Gäste, die zum ersten Mal das Haus betreten bleiben erstaunt geöffnet stehen und die Augen werden immer größer mit jedem Raum den sie betreten und fast ehrfürchtig versuchen die Geschichte, die dieses 500 Jahre alte Gemäuer atmet zu begreifen und all die kleinen und großen Details zu erfassen, nichts auszulassen. Ich schmunzle bei diesem Anblick, nicht ohne den Stolz eines „Gründervaters“, der es geschafft hat seinen Traum zu verwirklichen und auch für andere nicht nur sichtbar sondern auch greifbar zu machen…

Zugegeben, es war ein langer und steiniger Weg von dem ersten Tag an dem ich den ehemals „Unteröstner Hof“, nach jahrelanger und bisher erfolgloser Suche erblickten, dem langen Bangenum finanzielle Unterstützung, der aufwendige Umbau bis hin zum heutigen Tag.

Wir waren bereits seit 10 Jahren mit unserer Veranstaltungsagentur Hasenöhrl – UNTERNEHMEN ERLEBEN erfolgreich im Geschäft und hatten bereits viele Erfahrungen in den Bereichen Teamtrainings, Events und Incentives gesammelt. Dem damaligen Trend folgend, wollten unsere Kunden raus aus der Stadt in die Natur, „Back to the roots“, das Motto war je ursprünglicher und einzigartiger desto besser. Als alten „Outdoorhasen“, entsprach dieser Wunsch genau unseren Vorstellungen. Es gelang uns zwar immer wieder, hier mal eine alte Tenne, da mal eine Hütte für eine Veranstaltung anzumieten, aber die Suche gestaltete sich von Mal zu Mal schwieriger, die notwendigen Voraussetzungen vor Ort waren selten vorhanden und wir mussten nicht nur kreativ und erfinderisch sein, sondern immer flexibel und bereit zu improvisieren. Unser Büro und Lager war bei Wasserburg am Inn, 90 Prozent aller Veranstaltungen fanden jedoch in den Bergen statt, die meisten davon im Oberland. Lange Wege und ein extrem hoher Zeit- und Logistikaufwand waren vorprogrammiert… Kurzum, wir wollten mehr! Unser Wunsch war es, einen idealen Ort für besondere Veranstaltungen zu schaffen, für Events zum Innehalten, Inspirieren und um Neues auszuprobieren. Einen Ort, an dem Menschen leicht in Kommunikation und Teams in Bewegung kommen. Einen Ort, an dem man Wärme und Herzlichkeit fühlt, einen Lern- und Erlebnisraum, der im besten Sinne Heimat ist, fernab vom Arbeitsalltag und zugleich mitten im Leben, einfach anders, als es die typischen Tagungshotels sind. Ein großer Traum, an dessen Umsetzung viele zweifelten, nicht zuletzt die Großbanken, die wir uns als wichtige Investoren erhofft hatten.

Doch was soll ich sagen, als uns unser langjähriger Freund und Mitstreiter der Andi vor Jahrtausendwende plötzlich das Makler Exposé  für den zum Verkauf stehenden Hof ausgrub war ich sofort Feuer und Flamme. Meine liebe Frau warf nur einen Blick auf die Summe und sagte „du spinnst doch, des dapack ma niemals!“ Als sie jedoch merkte wie sehr mich dieser Hof bereits in seinen Bann gezogen hatte und ich einfach nicht davon ablassen wollte, packte sie unsere drei kleinen Töchter ein, die jüngste war grade mal fünf Tage alt und wir machten uns auf den Weg nach Geitau.

Unteröstner Hof

aus dem Jahre 1516 - ein wunderschönes, historisches und großes Bauernhaus mit 20 Hektar Grund

Auf dem Papier war der Unteröstner Hof aus dem Jahre 1516, ein wunderschönes, historisches und großes Bauernhaus mit 20 Hektar Grund ringsum. (Der langersehnte Hochseilgarten wuchs förmlich vor meinem inneren Auge auf der Wiese unterhalb des Waldes in die Höhe…) Dieses Anwesen war ein Juwel und entsprach so sehr unseren Vorstellungen, dass wir es gar nicht glauben konnten dem Ziel scheinbar so nahe zu sein. Ein Anwesen von dem man eigentlich nur träumen kann, am Fuße des majestätischen Wendelsteins und inmitten der kitschigen Postkartenidylle die Oberbayern so perfekt verkörpert. Der Hof steht in dem kleinen Weiler Geitau, von dem man noch nie gehört hat wenn man nicht grad aus der Gegend ist und der bis heute noch mehr Kühe als Einwohner hat… Gemäß der Umgebung war auch dieser Hof ein rein landwirtschaftlich genutzter Bauernhof im herkömmlichen Sinne, mit Kühen, Schweinen einem riesen Misthaufen neben dem Kuhstall und einer, dem Alter geschuldeten, maroden Bausubstanz!

Meine Frau die Bärbl, kommt aus einer alten Handwerkerfamilie und hat von Kindesbeinen an, ihrem Vater immer wieder auf dem Bau geholfen und sich während der Schul- und Studienzeit Geld als Malerin und Fliesenlegerin dazuverdient. Kurzum, sie hatte mit realistischen Blick bereits erkannt was mein Idealismus noch zu verdrängen versuchte: der Umbau dieses Hofes war ein Mammutprojekt das nicht nur eine Unsumme an Geld verschlingen, sondern auch unser Durchhaltevermögen und unseren Zusammenhalt immer wieder auf eine harte Probe stellen würde. Aber als unser Entschluss einmal feststand, gab es keinen Weg zurück und wir stürzten uns förmlich in die Arbeit.

Da wir am Anfang weder das notwendige Kapital noch die Rückendeckung zahlungskräftiger Investoren hatten um diesen alten Bauernhof zu erwerben und umzubauen so dass wir ihn entsprechend nutzen konnten, blieb uns erstmal nichts anderes übrig als ihn für ein Jahr zu pachten und in monatelange Planung mit unzähligen Fachkräften wie Bauunternehmern, Heizungsbauern, Statikern, Planern, Brandschützern, Elektrikern, Zimmerern, Denkmalschützern, Schreinern, Küchenbauern, Stahlbauern, Schmieden, Malern, Spenglern, Kachelofenbauern, Steinmetzen, Kaminkehrern zu treten um den Umbau und die Nutzungsänderung durchsprechen und zu planen. Nicht zu vergessen die unzähligen und endlosen Gespräche mit Steuerberatern und Bankern welche es galt von unserem Finanzierungsplan und Geschäftsmodell zu überzeugenden.

 

Trotz aller widrigen Umstände die wir zu erwarten hatten, haben wir es dann geschafft und den Hof am 12. Februar 2001 erworben. Unglaublich! Ein Grund die Korken knallen zu lassen und ein erstes Mal, wenn auch nur ganz kurz, erleichtert durchzuatmen, die erste Hürde war geschafft, die Finanzierung stand, wir durften dem Baby endlich unseren Namen geben –  der Hasenöhrl-Hof war nun nicht länger nur in unserem Herzen sondern auch auf einer notariell beglaubigten Urkunde der unsere!!

Aber viel Zeit zum Feiern blieb uns nicht, da wir von nun an jede freie Minute in die Sanierung des Hofes steckten. Unsere Kinder verbrachten gefühlt mehr Zeit auf der Baustelle in Geitau oder bei Oma und Opa als im eigenen Garten geschweige denn mit uns. Eine Belastungsprobe für die gesamte Familie und gleichzeitig ein Beweis wieviel man mit den richtigen Leuten und mit dem richtigen Zusammenhalt bewegen kann. Wenn ich heute zurückblicke weiß ich gar nicht mehr so recht wie wir das schier Unschaffbare bewältigt haben, ein eiserner Willen, der Glaube an uns und unser Projekt und die daraus resultierende unerschöpfliche Tatkraft sind wohl die Antwort. Nicht nur die offensichtlichen Details wie das Ausräumen der stinkenden Hinterlassenschaften der Tiere und das Aussortieren der messihaften Ansammlungen von (un-)brauchbaren Gegenständen von Generationen von Bewohnern des Hofes wie auch das Austreiben diverser Geister (kein Scherz!) ließ viele Freunde mit weniger Idealismus und manchmal sogar die eigenen Eltern skeptisch ja fast mitleidig den Kopf schütteln. Die Grundsanierung, unter Einhaltung der strengen Denkmalschutzauflagen, der gesamten Bausubstanz führt einem nicht nur bildlich vor Augen, wie viel hier wirklich zu tun war. Der gesamte Dachstuhl inklusive Dach mussten erneuert werden. In einer Rekordzeit von nur 2 Tagen, deckten wir also die 16500 historischen Elsässer Dachplatten einzeln ab, erneuerten die maroden Balken des Dachstuhls und spannten in aller Eile die rettenden Planen darüber, bevor uns das wankelmütige Wetter mit einem schweren Regenschauer vollendens in den Ruin treiben konnte. Drei Wochen später waren dann alle Ziegel frisch gereinigt und teilweise hier und da ausgebeessert wieder an ihrem Platz und wir konnten endlich damit beginnen die Wände trocken zu legen und sämtliche elektrische Leitungen die noch aus der Jahrhundertwende also von 1890 -1915 stammten neu zu verlegen. Zuvor durchforsteten wir Wochenlang  sämtliche Flohmärke in der Umgebung um alte Breithacken zu erwerben, damit wir die 110 Dachsparren auf traditionelle Art und Weise anfertigen und so dem denkmalgeschützen Vorbild gerecht werden konnten. Unglaubliche Tatsachen wie z.B. dass es 2001 noch keine Kanalisation in Geitau gab und wir eine Zwischenlösung mit einer Dreikammer-Klärgrube schaffen mussten, sind heute kaum noch vorstellbar.

Ein Weg - das Ziel

Als Bärbl ein knappes halbes Jahr nach Beginn des Umbaus freudestrahlend aus unserem Wohnmobil geeilt kam, welches zu der Zeit nicht nur als provisorisches Zweitheim sondern auch als Büro diente und mir in mitten des ganzen Chaos und Baustellendrecks der mich und die Handwerker umgab verkündete das wir in gut 4 Monaten soweit fertig sein müssten um die Weihnachtsfeier für die Firma Meggle in unserem Stadl abhalten zu können für die sie grad den Vertrag abgeschlossen hatte, konnte ich nicht anders als sie einfach nur, fertig wie ich war, ungläubig und fassungslos anzustarren. VIER MONATE???! Jetzt war sie wohl völlig übergeschnappt!!! Unmöglich! Völlig ausgeschlossen! Die Balken im Stadl waren doch noch völlig „damuggt“ die staubigen Heureste hingen von den Wänden und ein Großteil des Bodens war morsch, ganz zu schweigen von den fehlenden Sanitäranlagen etc. pp.!   Zeitgleich konnte ich nicht anders als ihren wahnsinnigen Ehrgeiz und Zielfokussierung zu bewundern! Wusste ich doch, dass ich es ohne sie und ihre Hilfe nicht bis hierher geschafft hätte und das wir auch dieses Ziel gemeinsam erreichen würden. So war sie schon immer.

Durchhalten

Endspurt

Die letzten Tage und einen Großteil der Nächte vor der geplanten Veranstaltung, unserer Deadline (im wahrsten Sinne des Wortes!) haben wir verbissen durchgearbeitet um pünktlich fertig zu werden. Noch ein paar Tage zuvor musste ich die großen zusammengefrorenen Kieselsteinenhaufen bei Minus 15 Grad auseinanderhacken bevor ich sie mit Heizlüftern auf die notwendigen Plusgrade erhitzen konnte  um sie schließlich verlegen zu können.   Die letzten Lampen wurden gerade noch montiert als die ersten Gäste von Meggle den Hof zu ihrer Weihnachtsfeier betraten. Aber es war geschafft, der erste Teilumbau, das Erdgeschoß im ehemaligen Wohnbereich, die Toiletten, die Heizanlage sowie der Stadl – waren fertig. Was für eine Punktlandung!

Ideale Hochzeitslocation für Romantiker

Feiern auf dem Hasenöhrl-Hof

Ihre Eventlocation in Oberbayern

Das historische, denkmalgeschützte und sorgfältig sanierte Gebäude-Ensemble des heutigen Hasenöhrl-Hofs

atmet die Geschichte von fast fünf Jahrhunderten

Parallel zum Umbau des Hofes....

haben wir im Jahr 2001 sogar auch noch eines meiner persönlichen Ziele erfüllt und einen 14m hohen Hochseilgarten selbst konzipiert und auf die Beine gestellt. Das war dann deutschlandweit der 3. den es gab und sämtliche Manager konnten jetzt da „rumkraxeln“ was viele alteingesessene Nachbarn nur mit einem abfälligen Schnauben und einem quittierten. Die werden schon noch sehen das des die Zukunft ist, dachte ich mir nur und ließ mich nicht in meiner Vision beirren.

Während das Veranstaltungsgeschäft in einem Teil des Hasenöhrl-Hofes langsam anlief, haben wir in den darauffolgenden Jahren Stück für Stück die restlichen Räume im Obergeschoß in akribischer Handarbeit saniert, die Brandschutzauflagen sorgfältig und vorallem nicht störend offensichtlich eingebaut und dem gesamten Hof ein ordentliches „neues“ Aussehen gegeben.

Im Herbst 2008 kam der nächste große Umbauabschnitt. Nun war der Kuhstall an der Reihe. Ein weiterer enormer Kraftakt. Um das stetig wachsende Geschäft nicht zu lange lahmzulegen, haben wir uns ein Zeitfenster von nur zwei Wochen gesetzt um das Erdgeschoß komplett zu entkernen, das Höhenniveau im alten Kuhstall (hier war der Name tatsächlich Programm!)

um 2m zu senken und den Boden zwischen Stadl und Kuhstall mit 150 Kubikmeter Beton ausgefüllt um nicht nur Statik, Schallschutz und Brandschutz auf einen Streich zu erfüllen sondern auch um eine perfekte Voraussetzung für die tanzwütigen Hochzeitsgesellschaften zu schaffen, die wir in Zukunft hier erwarteten. Der offene Kamin sowie die Wassertröge sorgten fortan nicht nur für ein besonderes Flair für die Sinne, sondern rundeten das stimmungsvolle Bild gemeinsam mit der neuentstandenen Stallterrasse und dem eigenen Vorraum als wunderschönen neuen Veranstaltungsbereich ab.

Die Dauerbaustelle...

hat alles von uns, unserem Team und auch vom unkaputtbaren Manitou und Hoftraki unseres lieben Nachbarn ;), abverlangt. Mit jedem Schritt der Fertigstellung haben wir einen Schritt zur Perfektionierung unserer Location gemacht und sind unserem Traum ein Stückchen näher gekommen. Ein gutes Gefühl!

Das historische, denkmalgeschützte und sorgfältig sanierte Gebäude-Ensemble des heutigen Hasenöhrl-Hofs atmet die Geschichte von fast fünf Jahrhunderten. Nicht nur als einzigartige Location für geschäftliche und private Events, sondern auch als Beispiel geschichtlicher Kontinuität und all dessen, was „Heimat” ausmacht, zudem als inspirierender Lern- und Erlebnisraum für Unternehmer und Unternehmen und als ein unvergesslicher Rahmen für Feste, Feiern und Outdoorevents. Einer der markantesten Gipfel der Bayerischen Voralpen, der Wendelstein, thront über dem Hasenöhrl-Hof. Von jedem Punkt des 20 Hektar großen Geländes genießt man einen majestätischen Anblick. Ein Open-Air-Meeting bei schönem Wetter, vielleicht in einem unserer Bauern-, Wiesen- und Biergärten, bietet nicht nur den freien Blick auf den Wendelstein, auch die Gedanken von den Begrenzungen des urbanen Alltags können dadurch befreit werden.

Um sich als Event- und Tagungslocation in Oberbayern zu etablieren, braucht es neben des besonderen Ambientes und der  einzigartigen Architektur noch eine weitere Komponente: Gute Erreichbarkeit! Keine 70 Kilometer von der Bayernmetropole entfernt, führen viele Wege zum Hasenöhrl-Hof – mit dem Auto, der Bahn oder per Flugzeug. In Geitau bei Bayrischzell gelegen, sind wir von überall her bequem zu erreichen.
Wir haben eine sehr komplexe Aufgabe am Hasenöhrl-Hof zu bewältigen: Veranstaltungsorganisation, die aktiven Rahmenprogramme, die Events und Trainings und zudem noch das hauseigene Catering sind  ein Garant für sehr hohe Betriebsamkeit. Besonders stolz sind wir daher auf unsere Mitarbeiter, denn ohne eine Mannschaft, die mit Herz bei der Sache ist, füreinander einsteht und ein hervorragendes Teamwork mit höchstem persönlichen Einsatz an den Tag legt , wären die vielen besonderen Veranstaltungen nicht möglich!